HSV schafft erneut Last-Minute Rettung im Abstiegskampf

Bundesliga
Foto: Peter Price / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Der HSV ist seinem Mythos als „nicht-absteigbar“ wieder einmal gerecht geworden. In einem dramatischen Abstiegs-Krimi gegen den VfL Wolfsburg behielten die Hanseaten am Ende durch einen spätes Tor von Youngster Luca Waldschmidt die Oberhand. Gleichzeitig zogen sie die Wölfe im 20 Jahr ihrer Bundesliga-Zugehörigkeit noch mit in den Abstiegskampf. Sie müssen nun in der Relegation vermutlich gegen Eintracht Braunschweig um den Klassenerhalt kämpfen

Wolfsburg zunächst überlegen – HSV schwach

Das der Hamburger SV sich am Ende des 34. Spieltages der Bundesliga retten würde – war zunächst nicht sichtbar. Die mutig agierenden Niedersachsen des VfL Wolfsburg waren in der ersten halben Stunde der Partie drückend überlegen.

Zahlreiche Chanen wurden allerdings fahrlässig ausgelassen. Nach knapp einer halben Stunde führten sie dann allerdings verdient durch einen beherzten Treffer von Robin Knoche. Doch anstatt genauso weiter zu spielen – wie es Nationalstürmer Mario Gomez im Anschluss an die Partie mit zerknirschter Miene formulierte – gaben die Wölfe das Spiel aus der Hand.

Wieder einmal war es Philip Kostic vorbehalten, den so wichtigen Ausgleich für die Hamburger zu erzielen (42.). So ging es mit 1:1 in die Pause.

Bei diesem Stand hätte der HSV trotzdem in die Relegation gehen müssen, da Wolfsburg 2 Punkte mehr auf dem Konto hatte. Alles schien noch vollkommen „normal2 für die Niedersachsen zu laufen.

HSV mit Biss – Wolfsburg verliert den Faden

In der 2. Halbzeit musste Wolfsburgs Trainer Jonker mit Erschrecke feststellen, dass seine Mannschaft mehr und mehr das Heft aus der Hand gab und der HSV zu Chancen kam.

Die Hamburger, die in den letzten 4 Jahren stets gegen den Abstieg spielen mussten und dabei bereits 2 mal erfolgreich die Relegation absolviert hatten, machten zunehmend einen besseren Eindruck. Wolfsburg wirkte mit fortlaufender Spielzeit immer verunsicherter.

Dann kam die 86. Minute – HSV-Trainer Markus Gisdol brachte mit Luca Waldschmidt seinen letzten Trumpf. Ein letzter verzweifelter Versuch mit dem Youngster in den wenigen Minuten bis zum Ende der Saison noch den entscheidenden Treffer zu erzielen, der den Hamburger SV direkt den Klassenerhalt gesichert hätte.

Und tatsächlich – nach gerade einmal 110 Sekunden schießt Waldschmidt seinen ersten – im Abstiegskampf alles entscheidenden – Bundesliga-Treffer. Es steht 2:1. Die letzten Minuten bringt der HSV mit Verstand noch über die Bühne und ist wieder einmal gerettet. Eine Tatsache, die den Hanseaten lange niemand mehr zugetraut hätte.

Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel bei Fans und Verantwortlichen keine Grenzen mehr. Sie stürmten Freudentrunken aufs Spielfeld und feierten insbesondere den jungen Waldschmidt. Ihm musste erst noch bewusst werden, was er mit seinem Treffer vollbracht hatte. Aber auch Markus Gisdol gebührte Hochachtung. Denn immerhin hatte er in den letzten beiden Liga-Partien stets ein glückliches Händchen mit seinen Einwechslungen bewiesen.

Wolfsburg muss in die Relegation – Gomez spielt keine 2. Liga

Des einem Freud – des anderen Leid. Der VfL Wolfsburg war natürlich am Boden zerstört.

Vor der Saison noch als ambitionierte und hoch veranlagte Mannschaft in die Saison gestartet um sich nach einer Seuchen-Saison wieder für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Das es jetzt vollkommen anders kam, lag insbesondere an der fehlenden Konstanz.

Nach dem Spiel ging daher Mario Gomez schonungslos mit der Mannschaft ins Gericht:

Warum spielen wir nicht einfach wie in den ersten 30 Minuten weiter …

Die ganze Saison sei nach seiner Aussage ein Muster an Inkonstanz gewesen. Gute Spiele wechselten sich mit inakzeptabel schlechten Partien ab. So kann man seine Ziele nicht erreichen.

Am Ende seines Interviews gab er offen zu:

Wir haben bekommen, was wir verdient haben.

Nun müssen die Wölfe bis zum 25./29. Mai schleunigst eine andere Einstellung bekommen – und vor allem konstanter spielen. Sonst wird es in der Relegation (voraussichtlich im Niedersachsen-Derby gegen Eintracht Braunschweig) schwer gegen einen äußerst motivierten Zweitliga-Dritten.

Die Hamburger hingegen können jetzt erst einmal feiern und beruhigt in den Urlaub fahren. Gehören sie doch auch in der kommenden Saison wieder zum 18er-Feld der ersten Bundesliga.

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